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Der Pirol - ein Vogelporträt
Art.-Nr.: Audio-CD-147412, ISBN 978-3-938147-41-2

Audio-CD
14,95 €
alle Preise inkl. MwSt. zzgl. Versand

Der Pirol - Oriolus oriolus - Vogelporträt

von Christian Fackelmann
Audio-CD inklusive 28-seitigem Beiheft mit Infos und 17 Farbfotos
Spieldauer 79 Minuten
Bestell-Nr. Audio-CD-147412, ISBN 978-3-938147-41-2

Der Pirol, Oriolus oriolus, Golden Oriole, Loriot d'Europe

Vogelporträt mit Gesängen und Rufen eines faszinierenden Sommervogels

Der Pirol wird volkstümlich neben Vogel Bülow und Goldamsel auch Pfingstvogel genannt, weil er erst im Mai in Mitteleuropa eintrifft. Die insgesamt etwa 28 Arten der Pirolfamilie leben überwiegend in den Tropen und nur der hier vorgestellte Pirol kommt bei uns vor. Da sich der Pirol fast nur in Baumkronen aufhält, ist er trotz des auffälligen Gefieders selten zu sehen. Diese Audio-CD stellt den Brutzyklus eines Paares in 38 Tonaufnahmen in einmaliger Weise vor. Zusätzlich sind 12 weitere Tonaufnahmen aus verschiedenen Regionen Europas zu hören.

Erleben Sie selbst diesen typischen Sommervogel mit dem klangvoll flötenden Gesang.


Einer der farbenprächtigsten Vögel Europas und einziger Vertreter der in den Tropen verbreiteten Familie der Oriolidae ist in hiesigen Breiten der Pirol. Trotz seiner auffälligen Erscheinung ist der nur für drei Monate anwesende Sommergast den meisten Menschen lediglich durch seinen melodiösen Gesang bekannt – dem so genannten Pirolpfiff.
Eine fast unüberschaubare Anzahl an volkstümlichen Namen zeugt dennoch von der großen Popularität des Pirols in der Bevölkerung. Die meisten davon beziehen sich auf die einprägsame Flötenstrophe, wie die in Norddeutschland gebräuchliche Bezeichnung Vogel Bülow, oder auch Bierhold, Gugelfrühauf, Bruder Weihrauch mit jeweils dutzenden lokalen Abwandlungen.
Neben dem Pirolpfiff überrascht die Art mit einem sehr großen Repertoire an Lautäußerungen. Am bekanntesten sind die rauen, rätschenden Rufe und das laute Gickern bei der Verfolgung von Artgenossen. Der nur aus der Nähe zu hörende Zwitschergesang, die Begrüßungslaute der Brutpartner, die Bettelrufe der Jungvögel, leise Unmutslaute gegenüber Artgenossen und viele weitere Rufe sind den meisten Menschen – bedingt durch das heimliche Leben der Vögel hoch in den Baumkronen – unbekannt oder können nicht zugeordnet werden.
Das Vogelporträt begleitet den Sommer des Pirols akustisch – beginnend mit dem Eintreffen der Männchen im Brutgebiet – bis zur Auflösung des Familienverbands und beginnendem Wegzug ins Winterquartier. In einem Brutgebiet an der rumänisch-ungarischen Grenze mit ungewöhnlich hoher Siedlungsdichte wird der Brutzyklus eines Paares in 38 Tonaufnahmen vorgestellt. Eine ausführliche Textbeschreibung des Geschehens im Brutrevier des Pirolpaares und Bildmaterial ergänzen die Tonaufnahmen.
Eine Einführung zur Biologie des Pirols und weitere 12 Tonaufnahmen aus verschiedenen Regionen Europas runden das Porträt ab.

Was ist auf der Audio-CD mit dem Pirol im einzelnen zu hören?

Insgesamt 44 Titel mit 50 Tonaufnahmen

Der Pirol als Vogelporträt


Titel 1-3 im Mai
Der Pirolsommer beginnt im Mai in einer Saatkrähenkolonie und mit dem Gesang des Pirols während der Balz und Revierabgrenzung.
Titel 4-8 25. Mai
Rufende und singende Pirolmännchen, Rufe und Pfiffe des Weibchens in Nestnähe.
Titel 9-12 26.-27. Mai
Männchen singt im Ruhebaum, Rufe am Nest.
Titel 13-17 28.-31. Mai
Begrüßung der Partner am Nest und Variation der Flötenstrophe mit Abflugruf.
Titel 18-24 2. Juni
Pirolpfiff, Unmutslaute, Zwitschergesang sowie Gickern beim Vertreiben eines Eindringlings.
Titel 25-28 7.-10. Juni
Jungvögel schlüpfen, Aufregung am Nest, ein fremder Artgenosse und Elstern sorgen für Unruhe und Unmutslaute des Pirolpaares.
Titel 29-36 22. Juni
Jungvögel verlassen das Nest, Warnrufe der Altvögel und Bettelrufe der Jungen.
Titel 37 17. Juli
Rufe und Flötenstrophen mehrerer Pirole.
Titel 38 25. Juli
Rufe der Pirolfamilie während der Futtersuche mit Lockrufen, Bettelrufen und Kontaktlauten.

Überblick mit dem Pirol in den Pyrenäen, dem Rhonedelta und im Bienwald der Rheinauen

Titel 39-44
Gesang und Rufe des Männchens sowie Subsong.
Anfang Juli Gesang und Rufe in den Pyrenäen.
Verschiedene Rufe, u. a. eines ausgeflogenen Jungvogels.
Rufe im Juli in den Grangettes im Rhonedelta am Genfer See.
Gesang und Rufe im Mai in einem Brutrevier im Bienwald in den Rheinauen.

Weitere Informationen zum Pirol - Oriolus oriolus


Als einziger Vertreter der in den Tropen verbreiteten Familie der Pirole (Oriolidae) ist der Pirol auch in Europa anzutreffen. Hier sticht er sowohl durch sein Äußeres als auch durch seine Lautäußerungen aus der hiesigen Vogelwelt heraus. Das auffällige, bis auf die Flügel und inneren Schwanzfedern, gelbe Gefieder des Männchens ist unverwechselbar und brachte der Art im Volksmund eine Reihe von Namen wie Goldamsel oder Goldmerle ein. Die Weibchen und Jungvögel sind dagegen unscheinbarer gelblichgrün gefärbt.

Erst im Mai kehren die in den Regenwäldern Südost- und Zentralafrikas überwinternden Pirole in die mitteleuropäischen Brutgebiete zurück, daher auch die Bezeichnung Pfingstvogel. Die Wärme liebende Art bevorzugt hier Auwälder, lichte Mischwälder, Obstgärten und reich strukturierte Parks zum Brüten. Die zuerst eintreffenden adulten Männchen besetzen die Territorien und verteidigen diese energisch gegen Eindringlinge.

Als reiner Baumvogel verbringt der Pirol die meiste Zeit hoch in den dicht belaubten Kronen der Bäume, wo er im Licht- und Schattenspiel kaum auszumachen ist. Auf den Boden wagt er sich nur selten. Wasser wird aus Astlöchern oder als Tau aufgenommen, gebadet wird im Regen oder in Schwalbenmanier im Flug. Dementsprechend ist es zumeist eine Geduldsprobe, wenn man Pirole beobachten möchte. Im Gegensatz dazu sind die wohlklingenden, flötenden Gesangsstrophen des Männchens oder die lauten, rätschenden Warnrufe – vor allem während der Zeit der Balz und der Jungenaufzucht – weithin hörbar und verraten aufmerksamen Beobachtern schnell die Anwesenheit der Vögel.

Unmittelbar nach der Revierbesetzung beginnen die Männchen ihren typischen Gesang vorzutragen. Damit locken sie die mit etwas Verzögerung eintreffenden Weibchen an. Die einprägsamen und leicht nachzupfeifenden Kurzstrophen – im Volksmund auch als Pirolruf oder Pirolpfiff bekannt – sind allerdings nur ein Teil des stimmlichen Repertoires eines Pirols. Je nach Lebenssituation besitzt die Art eine Vielzahl an Lautäußerungen, insbesondere verschiedene Rufvarianten.

Auch vom Weibchen ist das Pfeifen in Nestnähe zu hören, allerdings leiser und insgesamt seltener. Lediglich aus geringer Entfernung ist zudem von beiden Partnern ein gedämpfter, lang anhaltender, schwatzender Gesang aus unterschiedlichsten Elementen zu hören – unterbrochen durch die laute, melodiöse Flötenstrophe.

Das kunstvoll in einer Astgabel hängende Nest wird zumeist hoch über dem Erdboden in den äußersten Zweigen von Laubbäumen, seltener in Kiefern, gebaut. Um den Ast gewundene Grashalme, Bast- und Wollfäden geben dem Nest auch bei Unwettern Halt. Diese stabile und in der heimischen Vogelwelt einmalige Bauweise bietet die Möglichkeit, die Brutplätze des Pirols selbst spät im Jahr, nach dem herbstlichen Laubfall, noch zu bestimmen.

Nach gut zwei Wochen Brutzeit schlüpfen die in der Regel drei bis vier Jungvögel. Durch die dichte Belaubung und die exponierte Lage des Nistplatzes sind sie zwar gut vor Fressfeinden aller Art geschützt, dafür werden sie bei jedem Windstoß heftig hin- und hergeschüttelt. Um nicht aus dem Nest geworfen zu werden, verkrallen sich die Jungen im Nestboden. In den ersten Tagen werden sie mit Insekten, vor allem Schmetterlingsraupen, später zusätzlich mit Beeren gefüttert.

Während der Jungenaufzucht ist der Gesang nur noch selten zu hören. Die Altvögel sind nun ständig in den Baumkronen auf Futtersuche oder mit der Verteidigung des Brutreviers und des Nachwuchses beschäftigt. Auf das heftigste werden ins Revier eingedrungene Brutnachbarn oder Nichtbrüter als Futterkonkurrenten attackiert. Genauso werden Eichhörnchen, Raben- und Greifvögel, aber auch völlig harmlose Vögel, die dem Nest zu nahe kommen, vom Paar vehement angegriffen und vertrieben. Durch das in schneller Folge ausgestoßene, laute Rätschen und dem falkenähnlichen Gickern der Attacken fliegenden Altvögel lässt sich die Jagd in den Baumkronen gut verfolgen.

Im Alter von zwei bis drei Wochen verlassen die Jungvögel das immer enger werdende Nest und klettern im Nistbaum oder im Bodenbewuchs umher. Noch nicht flugfähig, sind sie entsprechend stark durch Bodenfeinde gefährdet. Nähert sich ein Mensch oder ein Fressfeind den Jungvögeln, sind die Altvögel sofort zur Stelle und warnen mit unangenehm lautem Gekreische und sich überschlagender Stimme.

Nach dem Selbständigwerden der Jungen lösen sich die Territorien auf und die Pirole leben wieder so heimlich, dass man ihren Wegzug kaum bemerkt. Anziehungspunkte sind in dieser Zeit Hausgärten und Obstbaumplantagen, wo sie mit Hilfe der reifen Früchte und Beeren die nötige Fettschicht für den Rückzug in die Winterquartiere anlegen.

Bereits im August ist der kurze Sommer des Pirols wieder vorbei. Auf den Pirolpfiff müssen wir – auch in hiesigen Breiten – dennoch nicht verzichten. Die eingängige Strophe ist eine der am häufigsten imitierten Gesangsteile und gehört beispielsweise zum festen Repertoire vieler Starenmännchen.


Der Pirol im Wald - Oriolus oriolus



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