Startseite · Warenkorb · AGB · Widerrufsrecht · Widerrufsformular
Kontakt · Impressum · Datenschutz

814750_Vogelflug.jpg
Vogelstimmen im Flug
Art.-Nr.: CD-ROM-MP3-814750, ISBN 978-3-938147-50-4

CD-ROM-MP3
39,95 €
alle Preise inkl. MwSt. zzgl. Versand

Vogelstimmen im Flug * Bird Sounds in Flight * Voix des oiseaux en vol

von Hans-Heiner Bergmann, Claude Chappuis und Karl-Heinz Dingler
CD-ROM-MP3 inklusive 124-seitiges gedrucktes Begleitbuch (D-E-F)
350 Vogelarten, 850 Tonaufnahmen
Spieldauer 6 Stunden
Bestell-Nr. CD-ROM-MP3-814750, ISBN 978-3-938147-50-4

Diese CD-ROM-MP3 stellt 350 Vogelarten in 850 Tonaufnahmen mit ihren Lautäußerungen im Flug für ganz Europa vor. Es sind sowohl Fluggesänge, die viele Vögel in speziellem Singflug präsentieren, als auch Rufe und Instrumentallaute enthalten, die sie während eines fliegenden Ortswechsels im Nahbereich oder während ihrer Wanderung verwenden. Mit einer Spieldauer von knapp 6 Stunden wurde das umfangreichste Tondokument auf diesem Gebiet mit einmaligen Aufnahmen realisiert. Die Reihenfolge der Tonaufnahmen orientiert sich an der Systematik neuester Fachliteratur.

Das 124-seitige Begleitbuch enthält Detailangaben zu den Tonaufnahmen sowie auch Aufnahmedaten und weitere interessante Hintergrundinformationen in Deutsch, Englisch und Französisch. Register der Artnamen bieten einen gezielten und schnellen Zugang zu den Tonaufnahmen. Erleben Sie die Faszination der Vogelwelt im Flug!

Weitere Informationen und enthaltene Vogelarten siehe PDF-Booklet-Vogelflug:
Link zum PDF-Booklet-Vogelflug

Wenn Sie alle mp3-Dateien auf einen mp3-player laden wollen, dann hilft Ihnen die folgende Excel-Tabelle, in der alle 850 mp3-Dateien mit einer laufenden Nummer versehen sind und zugeordnet zum PDF-Buch:
Link zur Excel-Tabelle mit Übersicht Vogelflug-Dateien-LFDNR

Literatur und andere Quellen siehe:
Link zu Literatur und anderen Quellen

Informationen zu der Edition „Vogelstimmen im Flug“ von Edition AMPLE

Vorbemerkungen

Vögel sind flüchtige Wesen: Am Himmel dahin fliegend, sind sie häufig rasch aus dem Blickfeld des Beobachters entschwunden. Selbst wenn sie dabei einen Ruf oder Gesang äußern, wird ihr Erscheinen dadurch meist nicht dauerhafter. Die Lautäußerung ist genauso rasch aus unserer Wahrnehmung verschwunden wie der Vogel selbst oder noch schneller. Dabei ist uns die Stimme des Vogels wichtig. Sie ist in vielen Fällen für die Art so typisch, dass sie allein genügt, um den Vogel zu erkennen. In manchen Fällen sind wir sogar allein auf die Stimme angewiesen, um den Vogel zu bestimmen.

In dieser Publikation sind Tonaufnahmen der Stimmen und Instrumentallaute fliegender Vögel für ganz Europa zusammengestellt. Das schließt nicht nur die hier vorkommenden Brutvögel ein, sondern auch die regelmäßig auftretenden Gäste.

Fluggesänge

Viele Vögel singen aus der Deckung oder von einer erhöhten Warte aus. Manche lassen es aber nicht bei diesen Formen der Darstellung bewenden, sondern fliegen auf, um zu singen: Sie präsentieren ihren Gesang im Flug. Man nennt diesen Gesang dann Fluggesang. Die dabei häufig besonders abgewandelte Form des Fliegens mit Gesang nennen wir Singflug. Bei vielen Vogelarten werden Wartengesang und Singflug kombiniert. Wenn man einem solchen Vogel zuhört, stellt man fest: Der während des Singflugs geäußerte Gesang ist oft verschieden von demjenigen, den derselbe Vogel von einer Warte aus äußert. Der Wartengesang besteht aus Strophen, die meist kurz und stereotyp sind. Beim Fluggesang sind die Strophen oft lang und aus vielfältigen Elementen und Motiven zusammengesetzt. Es gibt auch Übergangsformen zwischen Warten- und Fluggesang.

Flugrufe – Zugrufe

Bei vielen Vogelarten sind bestimmte Rufe aus ihrem Repertoire recht streng an die Situation des Fliegens gebunden. Wir nennen sie dann Flugrufe. Rufe sind wie Gesänge Signale mit Mitteilungsfunktion, die sich im Schwerpunkt an Artgenossen richten. Ein Vogel kann also mit seinem Flugruf einen Artgenossen darüber unterrichten, dass er fliegend unterwegs ist. Allerdings ist es für viele Vögel wichtig, nicht nur mitzuteilen, dass sie soeben fliegen, sondern auch schon vorher, dass sie gleich fliegen wollen. Ethologisch gesehen bedeutet dies, dass der Flugruf oft auch schon vor dem Fliegen geäußert wird, in einer Situation, in der wir dem Vogel Flugintention zusprechen, das heißt die Bereitschaft zum Flug. Für den dann geäußerten Ruf verwenden wir denselben Begriff: Flugruf.

Auch während ihrer Wanderungen – bei manchen Arten über Kontinente hinweg – äußern viele Vögel Rufe, ganz gleich, ob sie bei Tage oder im Dunkel der Nacht unterwegs sind. Obwohl es sich im Prinzip um dieselben Rufe handelt, die wir als Flugrufe definiert haben, verwenden die Vogelbeobachter für die Rufe wandernder Vögel einen anderen Begriff: Zugruf. Ob es Vogelarten gibt, die bei kurzen Ortsveränderungen in ihrem üblichen Lebensraum einen Flugruf äußern, bei der Langstreckenwanderung aber einen davon abweichenden Zugruf, ist nicht bekannt. Wir gehen davon aus, dass es sich in aller Regel um ein und dieselbe Lautäußerung handelt. Bei der Schwanzmeise könnten aber schon andere Verhältnisse vorliegen.

Insgesamt sind wir leider noch weit davon entfernt, bei den Vögeln (von wenigen Ausnahmen abgesehen) das Repertoire an Gesängen und Rufen vollständig zu überblicken. Je näher man einen Vogel kennt und je mehr verschiedene Lautäußerungen man aufgenommen hat, desto eher begegnet man Zweifelsfällen.

Beim Kranich hört man neben den trillernden Flugrufen („krürr“), die sie während ihrer Wanderung äußern, hin und wieder auch ein klar davon abweichendes Trompeten. Hier wird also während des Fluges ein Ruf geäußert, der eigentlich in eine andere Situation gehört. Da fällt es schon schwer, dieses Trompeten als Zugruf oder Flugruf zu bewerten, es sei denn, es handelte sich nur um eine individuelle Variation des bei anderen Individuen trillernd klingenden Rufs (das kann man nicht annehmen). Tannenmeisen können während des Ziehens sogar regelrecht singen. Die Natur folgt leider nicht immer unseren Definitionen.

Flugschall

Viele Vögel erzeugen beim Fliegen oder wenn sie im Sitzen oder auf dem Wasser ein paar Mal mit den Flügeln schlagen (sich flügeln) deutlich wahrnehmbaren Schall. Der kann geräuschhaft sein wie das Flügelknallen beim Ziegenmelker, bei manchen Eulen, bei vielen Tauben und anderen Arten, er kann harfend klingen und klanghaft sein wie etwa die Flügelschläge des Höckerschwans, er kann auch rein tonal sein wie bei der fliegenden Schellente oder der Zwergtrappe. Weil alle drei physikalisch unterscheidbaren Schallqualitäten beteiligt sein können, kann man nicht einfach die ganze Klasse von Schallsignalen, die beim Flug entstehen, als Fluggeräusche bezeichnen. Wir haben deshalb dafür den übergeordneten Begriff Flugschall gewählt. Phänomene des Flugschalls gehören zu den Instrumentallauten.

Was wir wollen

Diese Edition richtet sich an diejenigen, die Vögel draußen beobachten und die verstehen wollen, welchen Bezug zur Umwelt und zu Artgenossen das Verhalten hat, dessen Zeuge sie gerade sind. Insbesondere werden sowohl die Tonaufnahmen selbst als auch die zugehörigen Texte in der Begleitpublikation für diejenigen von Interesse sein, die Vögel kartieren oder Beobachtungen des tageszeitlichen oder nächtlichen Vogelzugs aufzeichnen, um die zeitliche oder räumliche Verteilung dieser Naturerscheinung zu erkunden.

Soweit im Folgenden mitteleuropäische Singvögel behandelt werden, haben wir dabei vor allem Gatter (1976), der sich wiederum an Voigt (1961) orientiert, aber auch eigene und sonstige Erfahrungen von Gewährsleuten zu Rate gezogen. Illustrierte Neufassungen zu dem erstgenannten Werk erschienen von Gatter (2000, 2002). Darüber hinaus ist der reiche Schatz der uns zur Verfügung stehenden Tonarchive mit den zugehörigen Aufzeichnungen ausgewertet worden. Diese Darstellung konzentriert sich allein auf Lautäußerungen. Auf Flugbilder, Flugweisen und Flugformationen wird nicht eingegangen (siehe hierzu die Darstellungen von Gatter 1976, 2000, 2002 und die Feldführer und Handbücher). Das Spektrum der behandelten Arten geht weit über Mitteleuropa hinaus und erfasst – soweit das Material dazu vorhanden ist – alle in Frage kommenden europäischen Arten. Es gibt jedoch darunter auch genügend Vogelarten, bei denen keine typischen Flug- oder Zugrufe auftreten oder bei denen wir sie einfach nicht kennen. Denken wir nur an den Seidensänger, der dabei ist, sich von Süden her in Westeuropa auszubreiten. Wir kennen seinen Gesang in verschiedenen Formen (Bergmann & Engländer 2012; Schulze, Dingler, Roché 2003), wir wissen auch um Alarmrufe, die er äußert (Bergmann, Helb & Baumann 2008), aber als ortstreuer Jahresvogel in seinem Revier fliegt er meistens gut gedeckt von Gesangsplatz zu Gesangsplatz und tut das offensichtlich stumm. Bei den Schwanzmeisen tritt nur selten ein komplexer Gesang auf, doch äußern sie als soziale Vögel ständig Rufe, wenn sie im Trupp unterwegs sind. Als Flugruf kann man am besten einen kurzen „pt“-Ruf auffassen, den man selbst dann hört, wenn sie im Baum nur eine kurze Strecke zwischen zwei benachbarten Zweigen zurücklegen. Wenn sie wandernd unterwegs sind, hört man von ihnen laute „zerr“-Rufe, die vielleicht eher auf Distanz wirken oder höhere Erregung anzeigen.

Von vielen Zweigsängern, insbesondere von den Grasmücken, den Laubsängern, Rohrsängern und Schwirlen wissen wir, dass sie bei Nacht ziehen, aber wir kennen keine nächtlichen Zugrufe von ihnen. Wenn sie in ihren Brutrevieren unterwegs sind, dürften sie über verhaltene Flugrufe verfügen, die uns meist ebenfalls nicht als solche bekannt sind. Von allen diesen Vögeln sind uns vorwiegend die Rufe bekannt, die sie äußern, wenn sie gestört werden; im typischen Fall sprechen wir dann von Alarmrufen. Das ist nicht dasselbe wie Zug- oder Flugruf. Alarmrufe und ähnliche Lautäußerungen, soweit sie nicht an das Fliegen gebunden sind, werden hier ausgeklammert.

Das Auftreten von Rufen bei fliegenden Vögeln ist keineswegs auf Singvögel beschränkt. Besonders deutlich wird das bei denjenigen Arten, die bei Nacht ziehen und die für uns im Allgemeinen dann nur anhand ihrer Rufe erkennbar sind. Denken wir nur an nachts ziehende Watvögel wie Flussuferläufer und Waldwasserläufer, aber auch ziehende Kraniche und Gänse kann man in der Dunkelheit rufen hören. Wenn dagegen eine Schleiereule im Dunkel der Nacht schreit, so ist das – selbst wenn es im Flug geschieht – meist nicht ein Flugruf, sondern ihr Gesang, im Singflug präsentiert.

Das Aufnehmen der Rufe

Den Gesang eines von einer Warte aus singenden Kleinvogels aufzunehmen, erscheint noch recht einfach: Der Vogel kann gut geortet werden, man kann sich ihm vorsichtig annähern und ihn dann auch mit Richtmikrophon oder Parabolspiegel anpeilen. Bei den Flugrufen eines vorüber fliegenden Vogels ist alles anders. Der Vogel taucht plötzlich auf und ist meist rasch wieder entschwunden; mindestens sind seine Rufe schnell vorbei. Man muss also mit dem Aufnahmegerät „standby“ aufnahmebereit sein und dem fliegenden Vogel schnell folgen. Da die Rufe überdies oft unauffälliger, nicht so laut und anhaltend sowie weniger strukturenreich sind als die Gesänge, ziehen sie die Aufmerksamkeit des Aufnehmenden wenig auf sich und werden oftmals überhört. Aus diesen Gründen gibt es in den Sammlungen weniger Flugrufe als Gesänge. Bei manchen Arten stößt man auf große Schwierigkeiten, wenn man einen bestimmten Ruf sucht. In der vorliegenden Sammlung haben wir alles zusammengefasst, was uns auf die eine oder andere Weise zugänglich geworden ist.



Dieser Webshop wurde mit der kostenfreien Shopsoftware xaranshop® V4.0 erstellt.